Wie wir arbeiten
Der Markt an Kameras ist riesig. Die Möglichkeiten, einen Film zu schneiden, ebenso. Unser Filmclub verfügt dank der Vielfalt der Gerätschaften, die wir verwenden, über ein breites Spektrum an Kenntnissen, die ein jeder abrufen kann. Die Mitglieder helfen einander, beraten einander, bilden sich weiter. Wie man ein Drehbuch schreibt, wie man Kommentare verfasst, welche rechtlichen Vorgaben beim Filmen beachtet werden müssen. Die Autorenabende des Filmclubs sind stets gut besucht, weil sie interessante Einblicke in das filmische Schaffen der Mitglieder vermitteln. Der Ablauf einer solchen Veranstaltung hat sich eingespielt. Der Autor erklärt eingangs sein Projekt, führt dann seinen Film vor und erwartet danach eine faire Diskussion über seinen Beitrag.
Filmclub Deinhard Koblenz
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Filmclub-Koblenz
- Natur führt Regie (12.10.2017 HJ Zimmermann) Hans-Jürgen Zimmermann aus dem Westerwald, seit 40 Jahren ein leidenschaftlicher Natur- und Tierfotograf, ließ die fast vollzählig erschienenen Koblenzer Filmamateure in Wort und Film an seiner zeitaufwendigen Tätigkeit teilhaben. Es sei immer wieder ein faszinierendes Erlebnis, den Lebensraum eines Tieres zu erfahren stundenlang sein Verhalten zu beobachten und im Film festzuhalten. Mit schwammigen Vorstellungen gehe er an die Arbeit, gestand der Autor. Ein Drehbuch gebe es nicht. Die Natur führe Regie. Tiere filmen sei nichts anderes als Geschichten erzählen. Die eigentliche Botschaft aber entstehe erst beim Schnitt. Zimmermann war für seine Kinofilme „Geheimnisse des Waldes“ und „Deutschlands wilde Vögel“ jeweils zwei Jahre mit der Kamera unterwegs.
Bei uns zu Gast:
- Koblenz im Zeitraffer (23.11.2017 Henry Tornow) Der Koblenzer Fotograf Henry Tornow hat 2015 mit seinem originellen Zeitrafferfilm „Schönes Koblenz“ Aufsehen erregt. Seine Timelapse in Facebook oder YouTube werden nach wie vor immer wieder angeklickt. Auch im Koblenzer Filmclub traf Tornow ein begeistertes Publikum. Tornow hat das „schöne Koblenz“ an elf verschiedenen Standorten aufgenommen. Dabei hat er auf bildschöne Motive, mitreißende Bewegungen und vor allem auf ein stimmiges Licht im Bild geachtet. 4382 Einzelfotos von Koblenz wurden in elf Sequenzen zu einem Video in Full-HD aneinander gereiht. Mit einer Verschlusszeit von 1 bis 5 Sekunden machte er an jedem Standort im Intervall von 12 Sekunden insgesamt 400 Fotos.
- 26 März 2018 -
- Bewegung im Bild (18.05.2017 Profi André Weber) Dem Motiondesigner André Weber aus Dernau hörten die Koblenzer Filmer fast atemlos zu. Der Profi zeigte mit vielen interessanten Beispielen Möglichkeiten auf, wie man mit einem Zusammenspiel von Bewegtbild, Musik und Sprache in hochwertigen Filmen oder einer vollendeten Animation Menschen erreichen und ansprechen kann. Mit einem besonderen Gag überraschte Weber die Koblenzer, als er Kaiser Wilhelm I vom Deutschen Eck galoppieren ließ. Gespannt lauschte das Publikum, als der 3D-Artist Schritt für Schritt erklärte, wie er mit Hilfe des anspruchsvollen Softwareprogramms Cinema 4 D seine Ideen in 25 Bildern pro Sekunde umsetzt.
Historie
- Ehrung der Jubilare In der Feier seines 40-jährigen Bestehens am 28. November 2017 ehrte der Filmclub Koblenz verdiente Mitglieder. Claus Hünermann, der den Club fast 25 Jahre als Vorsitzender geleitet hat, wurde in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Vorsitzender Dieter Borowski zeichnete Jürgen Schmieder für 30-jährige Mitgliedschaft, Wolfgang Abt, Dieter Botter, Gerhard Krätz, Helga und Werner Premm sowie Dieter Stark für 20-jährige Mitgliedschaft mit Ehrenurkunden aus.
Aus der Clubchronik
- 26 März 2018 -
- 26 März 2018 - - 26 März 2018 -
Aktuelles
- Wie man einen Krimi dreht (23.08.2018 Bernd Schneider) Bernd Schneider, Rechtsanwalt in Koblenz und leidenschaftlicher Filmemacher im Nebenberuf, dreht alle zwei Jahre mit Unterstützung zahlreicher Laienschauspieler und unter gelegentlicher Mitwirkung prominenter Schauspieler im Großraum Koblenz einen spannenden Benefizkrimi. Im Filmclub gab er einen authentischen Einblick in seine Cine Coblenz Filmproduktion, zeigte und erläuterte er Kostproben aus allen seinen bisherigen Filmen, darunter spektakuläre Verfolgungsjagden quer durch Koblenz. Für einen 90- Minuten-Film benötigt er 35 Drehtage. Jeder Drehtag dauert von 9 bis 17 Uhr und ergibt 500 GB Material, das aufwendig gesichtet, geschnitten, bearbeitet werden muss. Die Erlöse aller Filme kommen uneingeschränkt bedürftigen Kinderhilfswerken zugute.
- 02 Oktober 2018 -
Clubabend am 18. Oktober 2018
Blick in vergangene Zeiten
Während der vorhergehende Clubabend vor allem frischen Filmen mit jugendlicher Ausgelassenheit vor und hinter der Kamera gewidmet war, folgte jetzt ein Kontrastprogramm. Von einigen Mitgliedern angeregt, vermittelten diesmal kurzweilige Oldies auf der Leinwand einen Blick zurück in vergangene Zeiten. Helga Premm eröffnete das Programm mit einem Film aus dem Jahre 2004. Ihre „Augenblicke“ zeigten knapp und kurz, aber eindrucksvoll den Jahresablauf in ihrem Garten auf. Es blüht, es schneit. Es springt der Brunnen, es badet die Amsel. Es fliegen Bienen und Schmetterlinge. Es freuen sich die Vögel und das Eichhörnchen über das Futter im Trog. Und es freuten sich die Zuschauer über eine kleine, schöne und heile Welt. In einem Film von fast gleicher Länge hatte Werner Premm mit Unterstützung durch Irmgard Koch, Peter Stein und Dieter Stark den Schlager „Wasser ist zum Waschen da“ 2002 filmisch umgesetzt. Unzählige Bilder und Szenen machten den Text der „Hohlköpfe“ humorvoll sichtbar. Wahrhaftig eine Fleißarbeit. Zahnbürsten, Feuerwehr und das liebe Vieh animierten zum Mitsingen. Mit seiner neuen 1000er Digital Handycam, deren Vorzüge er auf einem Sony- Seminar kennengelernt hatte, hat Werner Premm 1998 einen Film über die Zillertalbahn gedreht. Den Qualm der Lok aus dem Jahre 1902 nicht scheuend, hat er Rangierbetrieb, Haltestationen, Strecke, Fahrt und Landschaft in abwechslungsreichen Szenen festgehalten. Auch jetzt, 20 Jahre später, empfanden die Betrachter den Streifen immer noch als sehenswert. Erinnerungen an eine Weihnachtsfeier des Clubs und den langjährigen Vorsitzenden Heinz Mutschke wurden wach, als die gekürzte Fassung eines Films gezeigt wurde, den das frühere Mitglied Wilfried Grube im Jahr 2000 aufgenommen hat. Der heutige Ehrenvorsitzende Claus Hünermann lehrte damals als Nikolaus das regelrechte Filmen und Schneiden. Und der Ehefrau eines Filmers, die den Ausfall des traditionellen Spargelessens bedauert hatte, wurde zur Freude aller Teilnehmer ein Glas eingemachten Spargels überreicht. „Der etwas andere Blick“ nannte Dieter Botter seinen farbenprächtigen Diafilm über die Bundesgartenschau 2011 in Koblenz. Bilder der schönsten Blumenbeete, Höhepunkte des Geschehens, Illuminationen der Seilbahn waren in bunter Folge stimmungsvoll aneinander gereiht, alles in allem eine wunderschöne nachträgliche Werbung für ein Ereignis, von dem Koblenz heute noch zehrt. Mit dem ältesten Oldie wartete Hans Seidler auf. Er hatte 1967 im Koblenzer Stadtteil Rauental die atemberaubenden Darbietungen des Artisten José Canga und dessen Team als Filmer begleitet. Schräge Autos meisterten Sprungbretter oder fuhren auf nur zwei Rädern die Straße entlang. Stuntmänner meisterten gefährliche Situationen. Alles gefilmt in sechs Minuten mit einer Bauer-Kamera, die damals als erste automatisch belichten konnte. Zum Abschluss des Abends zeigte Martin Schmitt den Film „Als die Bilder laufen lernten“, den er im Deutschen Museum für Foto-, Film- und Fernsehtechnik in Deidesheim erworben hat und der alle Teilnehmer noch einmal an den Clubausflug im September dorthin erinnerte. -hs-
- 21.Oktober 2018 -
Buntgemischter Autorenabend - der Natur ganz nah -
Clubabend am 15. November 2018
Vor Beginn des Autorenprogramms mit Stefan Tannenberg zeigte Dieter Borowski einen kurzen Film mit Eindrücken von der Nacht der Technik “, die in diesem Jahr am 10. November zum 13. Mal im Technologiezentrum der Handwerkskammer Koblenz stattfand. Der Film entstand mit Smartphone und Handgimbal. Die Schmidtenhöhe ist allen Koblenzern als Jahrzehnte lang genutzter militärischer Truppenübungsplatz bekannt. In der Phantasie der meisten entstehen dabei Bilder von einer von Panzern und anderen schweren Fahrzeugen zerfurchten und geschundenen Landschaft. Dass dort noch zu Nutzungszeiten und vor allem nach der Aufgabe durch das Militär ein besonderes Biotop entstanden ist, davon wissen nur wenige. Zu ihnen gehören Stefan Tannenberg und sein fachlicher Berater und Reptilienexperte Dr. Achim Börner. Der von eindrucksvollen Nahaufnahmen in brillanter Schärfe und Farbabstimmung geprägte Film lässt zum einen erahnen, mit wieviel Geduld und Zeitaufwand hier vom Autor und seinem Berater zu Werke gegangen werden musste, zum anderen eröffnet sich dem Zuschauer eine unerwartete Perspektive von der Vielfalt der dort beheimateten Eidechsen, Lurche, Frösche, Schlangen und Vögel. Aber dieses paradiesisch erscheinende Habitat ist nicht ohne Gefährdung: Eingriffe des Menschen, wenn auch nicht in zerstörerischer Absicht, so doch mit anderen Vorstellungen über die künftige Gestaltung als Naturpark lassen Auseinandersetzungen erwarten. Umgestaltungen in der Topografie oder die Ausweitung der bereits vorhandenen Population von Pferden, Schafen und Rindern um Wasserbüffel dürften nicht frei von künftigen Konflikten sowohl in der Natur selbst als auch unter denjenigen sein, die sich alle als wohlmeinende Naturschützer verstehen. Stefan Tannenberg wird diese Entwicklung auch weiterhin als Filmautor im Auge behalten. Dass die Natur Islands vor allem im Sommer atemberaubend schön, aber auch extrem wild sein kann, das weiß jeder Besucher schon nach kurzer Zeit. Dieses höchst wechselvolle Bild einer auf der Schnittstelle zweier Kontinentalplatten gelegenen Insel hat Stefan Tannenberg bei einem zweiwöchigen Aufenthalt sowohl mit der Filmkamera aus der Normalperspektive als auch in faszinierenden Luftbildern mit der Drohne so eingefangen, dass der Zuschauer einfach nur begeistert sein kann. Fast unnatürlich grüne Grasflächen wechseln sich ab mit gewaltigen rauen Felswänden und schwarzen Stränden, die, wie alles dort, ihre Entstehung dem Vulkanismus von vor zig Tausenden von Jahren zu verdanken haben. Mächtige Gletscher zeugen von extremen Klimaverhältnissen vor langer Zeit, zeigen aber heute auch die Folgen des Klimawandels. Gewaltige Wasserfälle von Ausmaßen, die den Menschen als Winzling erscheinen lassen, wechseln sich ab mit Gebieten, die aussehen, als würde die Erde darunter kochen. Und das tut sie auch, indem sie dem Druck aus dem Inneren mit explosionsartig aufsteigenden heißen Fontainen nachgibt oder in kesselförmigen Erdmulden giftigen und stinkenden Schlamm köcheln lässt. Seltene, zum Teil endemische Vogelarten sind hier heimisch, von denen der Papageienvogel sich mit besonderer Farbenfreude schmückt. Island hat es Stefan Tannenberg und seiner Frau angetan, es wird nicht ihre letzte Reise dorthin gewesen sein. Dass ihnen ein gespanntes Publikum für die Fortsetzung gewiss ist, zeigte auch der langanhaltende Schlussapplaus im fast voll besetzten Clubraum. -db-
- 15. November 2018 -
Clubabend am 29. November 2018
Unterhaltung statt Wettbewerb
Wie im vergangenen Jahr endete auch der diesjährige interne Clubwettbewerb ohne Ergebnis. Vorsitzender Dieter Borowski hatte Zweifel, ob man eine derart unterschiedliche Themenwahl und Filme in so verschiedener Länge einander gegenüberstellen, vergleichen und bewerten könne. Da ihm niemand widersprach, stellte man kritische Betrachtungen hintan und beließ es bei der Freude an der Unterhaltung. Horst Kahler hatte in seinem Film „Einsamkeit“ unterschiedliche Situationen des Alleinseins von Mensch und Tier aneinandergereiht und dem ein wenig ratlosen Betrachter zum Schluss die Erkenntnis von Carl Peter Fröhling vermittelt, dass man in der Tiefe dieser wunderbaren Stille reich und glücklich sein könne. Dieter Botter verblüffte seine Clubfreunde mit gestochen scharfen und farbechten Aufnahmen von Schmetterlingen, die er in den Schmetterlingsgärten von Mainau und Bendorf-Sayn entdeckt und zum großen Teil in Zeitlupe gefilmt hatte. Die Betrachter staunten nicht schlecht, dass man mit einem Samsung-Smartphone S9+ so brillante Bilder in Zeitlupe, 240 Bilder/Sek, aufnehmen und nachträglich dann mit 29,97 Bildern/Sek abspielen kann. Mit zwei kurzen Beiträgen über das Thema „Musik“ wartete Dieter Borowski auf. In dem Streifen „Hier dreht sich alles um Musik“ dokumentierte er in origineller Aufmachung und mit entsprechender zeitgenössischer Begleitmusik die Entwicklung vom Grammophon bis zum CD-Player und damit die Steigerung des musikalischen Hörerlebnisses. Große Heiterkeit weckte schließlich seine Persiflage „Summerwine“, in der er den handwerklichen Trick nutzt, das Playback mit der Videoaufnahme zu synchronisieren, und in den Rollen von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood den bekannten Poptitel singt. Stefan Tannenberg wird im Club als leidenschaftlicher Naturfilmer geschätzt. Diesmal zeigte er Ausschnitte aus einem neuen vielversprechenden Projekt, das der Natur im Wandel der Jahreszeiten gewidmet ist. Mit der Brunftzeit des Rotwildes kündigt sich der Abschied des Sommers an. Rhein, Mosel und Lahn sind in Nebelmeere getaucht. Starenschwärme sammeln sich zu einem Naturschauspiel am Himmel. Der Eisvogel muss auf der Futtersuche Kälte, Frost und Eis trotzen. Bussarde kämpfen um Fleisch. In einem ehemaligen Bergwerk am Rhein bauen Fledermäuse ihr gespeichertes Körperfett ab. Schließlich kündigen Schneeglöckchen den kommenden Frühling an. Cathrin Tannenberg-Schulz spricht zu den stimmungsvollen Aufnahmen einen einfühlsamen Text. Auf Musikbegleitung hatte der Filmer mit der Feststellung verzichtet, dass es in der Natur keine Musik gebe. Allenfalls Vogelgezwitscher, das Tannenberg mit dem Richtmikrofon aufzuspüren pflegt. Beeindruckt von hochmoderner Milchwirtschaft hat Werner W. Weyer 150 Kühe im Naturpark bei Bad Ems besucht. In seinem Film „Milchwirtschaft 4.0“ interviewt Winfried Saftig detailreich den Landwirt Klaus Fischer, der seine Kühe mit Hilfe von Robotern täglich dreimal melkt und damit alle zwei Tage 7000 Liter Milch produziert. Zum Abschluss des abwechslungsreichen Abends schaute sich die Runde den erheiternden Tam-Tam-Film „Beige“ von Sylvie Hohlbaum an, den Stefan Tannenberg zur Verfügung gestellt hatte. Eine junge Frau, den betagten Vater vor Augen, stellt darin fest, dass ältere Menschen immer in beigen Farben angezogen sind. Sie sucht nach Erklärungen, befragt den Handel und die Wissenschaft und ist hinterher nicht klüger als zuvor. Der erste Clubabend im neuen Jahr findet am 24. Januar statt. –hs-
- 02. Dezember 2018 -