Filmclub Deinhard Koblenz
Wir drehen Filme:
für uns, für die Familie, für andere Menschen. Wir treffen uns alle vierzehn Tage, um einander Filme zu zeigen und unser Wissen auszutauschen. Wir sind über das Internet miteinander vernetzt, um uns zu verständigen. Wir helfen einander, wenn es Probleme gibt: mit der Kamera, mit den Schnittgeräten, mit der Software.
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Wie ein Naturfilm entsteht ….
Stefan Tannenberg ließ seine Clubfreunde an der Entstehung seines neuen Filmprojekts teilhaben, das Natur und Kultur im Mittelrheintal dokumentieren wird. Zehn Jahre lang reifte der Plan, seit 2015 setzt ihn der Filmer in zigtausend Filmsequenzen um. Die Vorbereitungen sind umfänglich, erfordern einen riesigen Zeitauf - wand. Ein Blick in das Drehbuch vermittelt einen Einblick in die Schwierigkeit, Tieraufnahmen jahreszeitlich zu ordnen und Zusammen - hänge zu schaffen. Akribisch sind Szenen in Kultur und Natur aneinander gereiht, Origi - naltöne und Geräusche, Musik, Jahres- und Tageszeit, Standorte, Zusammenhänge und Übergänge sowie Textvorschläge registriert. Aus der Fülle seines Materials griff Tannen - berg interessante Beispiele aus der Natur heraus, die seinen Ideen - reichtum belegen. Stets ist er bedacht, seine Motive an Stellen zu finden, die der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind. Er filmte Landschaftsbilder u.a. an Bord eines Doppeldeckers oder mit Hilfe einer Drohne, immer mit entsprechenden Erlaubnisscheinen in der Tasche. Drei Wochen brauchte er, bis er einen Fischadler beim Fang einer Bachforelle erwischte. Mit einer Son - dererlaubnis durfte er den Schlaf von Fledermäusen filmen, wobei er auf Licht und Schatten achtete, um Bewegung ins Bild zu bringen. Aufnahmen eines Gewit - ters ließen zeitraubende Aufnahmetechni - ken erkennen. Außergewöhnliche Aufnahmen von Wasserproben im Mikroskop vermittelten Kenntnisse, wovon sich Fische ernähren. Die Zuschauer erlebten ein Gewimmel von Pantoffel-, Wimper- und Panzer - tierchen, Faden- und Gliederwürmern. Weitere Filmproben zeigten die seltene Smaragdeidechse oder ein possierliches Wasseramselpärchen beim Baden und Tauchen, beim Nestbau und Füttern des Nachwuch - ses. Tannenberg belauschte und filmte den attraktiven Wiedehopf sowie den bunten Bienenfresser, war dabei, als eine Schlange einen Fisch herunter - würgte. Zur Sprache kamen u.a. auch das Handicap eines Tierfilmers, wenn Geräusche wie Hun - degebell oder Motorradlärm seine Arbeit beeinträchtigen, oder die stundenlangen Wartezeiten, bis sich bestimmte Verhaltensweisen eines Tieres darstellen lassen. Wenn es dann so weit ist, helfen Zeitlupenaufnahmen und die Bearbeitung des Originaltons, schwierige Umstände zu überbrücken. Mit Aufnahmen preußischer Kanoniere auf der Festung Ehrenbreitstein und mittelalterlicher Begegnungen in Oberwesel deutete Tannenberg sein Bemühen an, in sein Filmprojekt nicht nur die Natur, sondern auch die Kultur im Mittelrheintal einzubeziehen. Ob ihm dieser Spagat gelin - gen wird, bleibt eine spannende Frage. Den Film zu schneiden, zu kommentieren und zu vertonen, wird noch eine Weile dauern. Eigens für den Film komponierte Musikstücke liegen bereit. Ein Werbefilm für den Film ist bereits fertig. Das Publikum war beeindruckt, spendete reichen Beifall und Vorsitzender Dieter Borowski ließ im Namen aller erkennen, dass alle Kostproben, die man sehen durfte, neugierig gemacht haben auf das fertige Werk, das angekündigt ist. Zu Beginn der Veranstaltung hatte Borowski in einem Film von einer Minute Dauer einen Zusammenhang zwischen Kamera, 3-D-Drucker und Mini-Dolly aufgezeigt. Der kleine ferngesteuerte Kamerawagen umrundet eine mit Hilfe eines 3-D-Druckers entstandene Mini-Büste des Filmers und veranschaulicht interessante neue Wege in der Handhabung einer Kamera. –hs-
Clubabend am 13. Juni 2019
Unser nächstes Treffen
- 16. Juni 2019 -
Gedankenaustausch mit Fotografen
Clubabend am 27. Juni 2019
Der Filmclub hatte wiederum interessante Gäste. Diesmal waren Mitglieder des Fotoclubs Koblenz seiner Einladung zu einem regen Gedankenaustausch gefolgt. Eckhard W. Schaust, der Vorsitzende des Fotoclubs, freute sich, dass der überraschende Kontakt beider Clubs zustande gekommen sei. Er verwies ebenso wie Dieter Borowski auf Gemeinsamkeiten in der apparativen Ausstattung von Fotografen und Filmern, verdeutlichte aber auch die Unterschiede in der Ausübung beider Hobbys. In einer Bildpräsentation stellte sein Stellvertreter Helmut Wagner das umfängliche Arbeitsprogramm des Fotoclubs vor, der 1956 gegründet wurde, 25 Mitglieder hat und durch seine Teilnahme an zahlreichen Wettbewerben zu den erfolgreichsten fotografischen Vereinen in Deutschland zählt. In einer umfänglichen und vielsagenden Foto - schau, die dreizehn Arbeitstitel, darunter Architektur, Doppelbelich - tung, Schwarzweiß und Minimalismen, umfasste, gab Wagner einen Einblick in das Bemühen seiner Clubmitglieder, in Gestaltung, Aufbau und Motiven ihrer Fotos Freude am Fotografieren, aber auch künst - lerische Ansprüche auszudrücken. Dabei wurde vor allem erkennbar, welche Veränderungen in techni - scher und gestalterischer Hinsicht die Fotografie in den vergangenen 50 Jahren erfahren hat. Es erga - ben sich viele Zwischen- und Gegenfragen und Dieter Borowski, der Vorsitzende der Gastgeber, fasste den Eindruck aller Filmer zusam - men, indem er feststellte, dass dieser Abend die Erwartungen „übererfüllt“ habe. –hs- Homepage unserer Gäste : www.foto-club-koblenz.com/ueber-uns/
- 29. Juni 2019 -
Für 20 Jahre Mitgliedschaft geehrt
Horst Schilling, Beisitzer im Vorstand des Clubs, wurde für 20 Jahre treue und aktive Mitgliedschaft geehrt. Vor - sitzender Dieter Borowski (links) über - reichte ihm eine Urkunde und sprach die Hoffnung aus, dass der Jubilar noch recht lange ein tragendes Mit - glied des Clubs bleiben werde.
- 30. Juni 2019 -
2. Halbjahr 2019
Und so geht es weiter
19. September / 19:30 Uhr „Bestseller“ aus dem „Offenen Kanal Koblenz“ von Dieter Borowski
27. September Clubausflug an die Mosel
17. Oktober / 19:30 Uhr Hygiene in der Gastronomie, Abenteuer Stromboli mit Stefan Tannenberg
31. Oktober / 19:30 Uhr 1. Römische Wasserleitung in Brey mit Johannes Schattner 2. Im Schneckentempo durch Frankreich mit Claus Hünermann
14. November / 19:30 Uhr Kinderchor, Treckerparade mit Martin Schmitt
28. November / 19:30 Uhr Rückblick auf „ Das dritte Auge von/mit Bernd Schneider
12. Dezember In geselliger Runde: Jahresabschlussessen
Warum die Nasen nach Nahrung suchen
Clubabend am 08. August 2019
Der Filmclub Deinhard hat seine Sommerpause beendet und sein Pro - gramm im zweiten Halbjahr 2019 verabschiedet. Zehn Clubmitglieder werden an sieben Clubabenden neue und interessante Filmprojekte vorstellen oder immer noch sehenswerte Oldies aus ihren Archiven prä - sentieren (Siehe „Programm“). Sozusagen als Einstimmung auf den bevorstehenden Rhein in Flam - men zauberte Dieter Borowski ein mitreißendes Feuerwerk auf die Leinwand. Er ließ in seinem Film den Raketenspezialisten Helmut Reu - ter, Chef der Spezialfirma Steffes-Ollig in Müllenbach/Eifel und mehrfacher Weltmeister der Branche, berichten, wie mit Hilfe moderner digitaler Technik die Partitur eines Feuerwerks entsteht, die nichts dem Zufall überlässt. Die Zuschauer sahen die Vorbereitungen eines eingespielten Teams auf ein Musikfeuerwerk in den Binger Weinbergen. Sie lernten, dass Feuerwerk Kunst und Handwerk zugleich ist, und erlebten aus sicherer Distanz Sternenmomente für die Sinne. Martin Schmitt war mit der Kamera dabei, als Bernd Schneider, Produzent von Koblenzer Kriminalfilmen, im Clubheim des Musikver - eins Löf eine Szene für „Das dritte Auge“ , sein neuestes Werk, gedreht hat. Jetzt ließ er im Nachhinein seine Clubfreunde am Zustandekommen dieser Szene teilhaben. Die Zuschauer erfuhren aus erster Hand, mit welchem Zeitaufwand die Verbrecher in Löf gesucht wurden. Die Szene musste siebenmal aufgenommen werden, ehe der Regisseur sie akzeptierte. Stefan Tannenberg steuerte zum ersten Filmabend im zweiten Halbjahr einen lehrrei - chen Naturfilm bei. Zusammen mit Manfred Fetthauer ging er darin der Frage nach, warum der Fischbestand in der Nister seit 1999 dramatisch zurückgegangen ist. In den Jahren zuvor lebten und laichten allein 330.000 Nasen im Fluss, ein zur Familie der Karpfen zählender Süßwasserfisch, dessen Bezeichnung von der besonderen Form seines Mauls abgeleitet wird. Die beiden Filmer berichteten über die Erkenntnisse der Wissenschaftler, welche u.a. das Ökosystem und die Nah - rungskette in dem Gewässer gestört sehen. Sie zeigten die Vielzahl der hier heimischen Kormorane auf, die sich von Fischen ernähren und wegen ihrer Fress - sucht bei Fischern und Anglern höchst unbeliebt sind. Man befürchte, dass es noch viele Jahre dauern werde, bis an der Nister der Stand von 1999 wieder erreicht sei. –hs-
- 11. August 2019 -
Bilder einer fremden Welt
Clubabend am 22. August 2019
Zu Beginn zeigte Werner Weyer zwei Ausschnitte aus einem Film, den er 1993 als Anfänger mit bescheidenem Equipment auf einer vier - wöchigen Indonesien-Reise durch Sumatra, Java, Sulawesi und Bali gedreht hatte. Die Betrachter beeindruckte weniger die Qualität der Wiedergabe als vielmehr die fremde Welt, die sich ihnen hier auftat. Auf Sumatra werden kleine Orang Utans als Haustiere gehalten und, wenn sie erwachsen sind, von Helfern des Wild Life Fond im Urwald ausgewildert. Auf Java filmte Weyer die Tänzer einer Dorfgemeinschaft, die sich in Trance körperlichen Qualen aussetzen, welche die Zuschauer schaudern lassen. Da werden z.B. Rasierklingen geschluckt, mit Nägeln Zungen durchstochen, mit den Zähnen Kokosnüsse geschält oder nackte Kör - per in Scherben gewälzt. Weitere Filmausschnitte zeigten die ungewöhnlichen Zeremonien, mit denen die Torajas im Hochland von Sulawesi nach vorausgegangenem Schlachtfest ihre Toten in Felsen - gräber n bestatten, die mit Puppen geschmückt sind. Danach sah man eine der farbenprächtigen Prozessionen, in denen die Balinesen die Urnen ihrer Verstorbenen in Hoffnung auf eine Wieder - geburt in einer höheren Kaste zur Bestattung im Meer tragen. Die Frage, ob es diese Bräuche heute noch gibt, blieb zumindest an diesem Abend offen. Aktuell dagegen Weyers zweiter Film, der während eines kurzen Besu - ches im Mai 2019 in Cornwall, dem westlichsten Zipfel Englands, durch Dreharbeiten mit Smartphone und Gimbal entstanden ist. „Corn - wall my home“ sang ein Männerchor zu Beginn einer Rundreise, die von der Jahrtausende alten Kultstätte Stonehenge über steinwallbe - grenzte Straßen durch das Land, an raue und steile Küsten, zu traumhaften Buchten, in bunte Fischerdörfer und zu den Kunstschätzen in St. Ives führte. Da ihn das ständig stürmische Wet - ter enttäuschte, konnte sich der Filmer für die Landschaft, die in der Welt der Rosamunde Pil - cher anscheinend geschönt werde, nicht begeistern. Kenner der Halbinsel bekundeten dagegen, wenn die Sonne scheine, verwandele sie sich wirklich in ein mediterranes Idyll. Im Vorgriff auf ein noch geplantes Lichtspektakel zeigte abschließend Gerhard Krätz in fünf Minuten, wie Kölner Künstler in der Sayner Hütte dem Comic-Zeichner Stan Lee wirkungsvoll ein Porträt gewidmet und Comic-Fans die Schöpfungen Lees stilgerecht nachgestellt haben. –hs-
- 24. August 2019 -
Busreisen, ein beliebtes Thema
Clubabend vom 05. September 2019
Mit einiger Spannung erwartet worden war eine Reisereportage über eine Gruppenreise nach Burgund. „Heiße Tage in Burgund. Eine Som - merkulturreise“ lautet der Titel und zeigt die Mitglieder eines Geschichtsvereins während einer mehrtägigen Busrundreise in einer der schönsten Regionen unseres Nachbarlandes. Unser Clubfreund Rolf-Erich Schwarz war mit von der Partie, hatte aber seiner Kamera eine Ruhepause gegönnt und das Filmen einem Mitreisenden überlas - sen, der sich hauptberuflich als Kameramann beim Fernsehen betätigt hatte. Man sah einen klassischen Reisefilm mit den typischen Attributen wie Szenen aus dem fahrenden Bus, die Teilnehmer bei Besuchen und Rundgängen durch schöne alte Städte mit Museen, Kirchen, Klöstern, Kathedralen und Märkten. Mancherlei Folklore, gemeinsames Essen und Trinken (vor allem Wein) durften nicht fehlen. Erwartungsgemäß entstand nach der knapp 30-minütigen Vorführung eine lebhafte Diskus - sion, denn jeder durfte sich als Experte für Reisefilme und fachkundiger Juror fühlen. Gelobt wurden die zumeist sehr gut gelungenen Bildein - stellungen, und der optische Genuss wäre ohne Wackler (auch ein Profi kann nur bedingt freihändig filmen) noch zu steigern gewesen. Überein - stimmend beklagt wurde das Fehlen jedweden Kommentars, während die Fülle der Szenerien mit immerhin drei Stätten aus dem Weltkultur - erbe Stoff im Übermaß geboten hätten. So aber blieb der Zuschauer mit seinen vielen unbeantworteten Fragen zurück und der Hinweis auf den Wissensvorsprung der Reiseteilnehmer war wenig tröstlich. Fazit: auch Profis kochen nur mit Wasser! Die beiden folgenden Filme waren „Eigengewächse“ unseres Club - freundes Rolf-Erich Schwarz. Auch hier ging es um Gruppenreisen und zwar zunächst nach Freyburg an der Unstrut in Sachsen-Anhalt. Die aus den Rheinlanden stammenden Teilnehmer müssen sich alsbald in vertrauter Umgebung gefühlt haben, ist Freyburg doch Mittelpunkt der Weinre - gion Saale/Unstrut. Die bekannte und noch aus der Vorwendezeit stammende Sektmarke „Rotkäppchen“ ist hier zu Hause und bei der Kellereibesichtigung konnte das Publikum das fachgerechte Flaschenöffnen mit einem Säbel bestaunen. Das über der Stadt gele - gene Schloss Neuenburg an der Straße der Romanik sowie eine guterhaltene 1200 Meter lange Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert heben die Stadt aus ihrer Umgebung markant hervor. Ein gefälliger Kommentar sorgte beim Zuschauer für allgemeines Wohlgefallen. Die Hinweise auf bedachte Nutzung von Übergängen und Blenden nahm der Autor gerne auf. Der anschließende Gang durch das heutige moderne Leipzig mit seinen inzwischen weltbekannten Wahrzeichen ließ bei vielen Zuschauern die (vielleicht auch zum wiederholten Mal) Bewunderung darüber aufkom - men, wie diese lebendige Stadt sich in den vergangenen 30 Jahren entwickelt hat. Im Mittelpunkt des Filmes über die Stadt Hameln an der Weser stand die Open Air Aufzeichnung der Geschichte des um seinen Lohn geprellten Ratten - fängers durch eine Laiengruppe. Die Nöte des Kameramannes, trotz der drän - gelnden Zuschauer eine halbwegs nutz - bare Aufnahmeposition zu erringen, waren unübersehbar. Vielleicht wären stattdessen mehr Aufnahmen des mit Fachwerk reich gesegneten Stadtkerns attrak - tiver gewesen. -db-
- 07. September 2019 -